MVFP impuls: Vertrauen als Zukunftsfaktor der freien Presse
Die neue Ausgabe von MVFP impuls widmet sich der Frage, wie die freie Presse Vertrauen als Grundlage für publizistische Relevanz und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit sichern kann. Das 86-seitige Magazin zeigt, wie Verlage ihre Unabhängigkeit in einer von Plattformen, künstlicher Intelligenz und wachsendem wirtschaftlichem Druck geprägten Medienwelt behaupten können: durch verlässlichen Journalismus, technologische Innovation, unternehmerischen Mut und gemeinschaftliches Handeln.
Wie der MVFP die damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen aufgreift, ist ein weiteres Thema in dieser Sommerausgabe. Ende Juni wählte die MVFP-Delegiertenversammlung ein neues Vorstandsteam um Lars Joachim Rose, Verleger der Mediengruppe KLAMBT (S. 42). Der neue Vorstandsvorsitzende macht deutlich, dass die Herausforderungen durch die Dominanz globaler Plattformen und die Nutzung journalistischer Inhalte durch KI nur gemeinsam bewältigt werden können: „Kein Verlag kann diese Fragen allein lösen. Umso wichtiger sind die Geschlossenheit im MVFP und ein noch engerer Schulterschluss mit anderen Verbänden.“
Die strategischen Leitplanken dafür wurden beim Medienforum der freien Presse in Berlin diskutiert (S. 44). Rund 230 Gäste aus Medien, Politik und Wirtschaft beschäftigten sich mit der Frage, wie unabhängiger Journalismus zwischen wirtschaftlicher Stabilität und digitalen Paradoxien bestehen kann. Im Fokus stand unter anderem der von der MVFP-Delegiertenversammlung verabschiedete „Berliner Appell“, den Philipp Welte in seiner Keynote vorstellte. Darin fordern 350 Verlage ein medienpolitisches Sofortprogramm: einen Belastungsstopp für die Presse, einen diskriminierungsfreien und fairen Pressevertrieb im Internet, ein zeitgemäßes Pressekartellrecht, wirksamen Schutz redaktioneller Medien vor KI-Ausbeutung sowie eine diskriminierungs- und staatsfreie Stärkung der periodischen Presse (S. 46).
Prof. Dr. Christoph Fiedler zieht eine medienpolitische Bilanz der Jahre 2022 bis 2026 und zeigt, welche Anliegen der MVFP gemeinsam mit dem BDZV sowie mit den europäischen Verbänden EMMA und ENPA durchsetzen und welche problematischen Regelungen die Verbände abmildern oder abwenden konnten – von KI und Urheberrecht über Plattformregulierung und Datenschutz bis hin zur Werbefreiheit, zum Schutz von Abo-Modellen und zur Wahrung redaktioneller Unabhängigkeit (S. 52).
Wie aktuell der Einsatz für verlässliche Rahmenbedingungen bleibt, zeigen weitere Beiträge in dieser Ausgabe: MVFP und BDZV warnen vor Einschränkungen des Informationsfreiheitsgesetzes, die journalistische Recherchen und die öffentliche Kontrolle staatlichen Handelns erschweren würden (S. 22), und begrüßen das EuGH-Urteil im Fall „Google Android“ als wegweisendes Signal für fairen Wettbewerb, Medienpluralität und den diskriminierungsfreien Zugang zu verlässlichen Informationsquellen (S. 23). Für das KI-Zeitalter fordern ARD, BDZV, MVFP, VAUNET und ZDF in einem gemeinsamen Eckpunktepapier ineinandergreifende medien-, wettbewerbs- und urheberrechtliche Regeln, die die Verfügungshoheit über redaktionelle Inhalte, eine faire Vergütung sowie die Vielfalt der Informations- und Medienlandschaft sichern (S. 26).
Rund um den Internationalen Tag der Pressefreiheit erreichte der MVFP in Kooperation mit der Wall GmbH mit der bundesweiten Kampagne #PressefreiheitIstDeineFreiheit und den Testimonials Susanne Koelbl und Paul Ronzheimer ein Millionenpublikum (S. 66). Beim gemeinsamen Aktionstag des MVFP und 13 Partnern setzten sich 120 Jugendliche mit Desinformation, Informationskompetenz und dem Wert freier Medien auseinander (S. 68). Mit dem Pressefreiheitspreis würdigte das Bündnis Zukunft Presse den inhaftierten Hongkonger Verleger Jimmy Lai, die Journalistin Cathrin Kahlweit und den Krisen- und Konfliktreporter Jan Jessen für ihren mutigen Einsatz für glaubwürdigen Journalismus (S. 74).
Wie Vertrauen und Relevanz in unterschiedlichen Gattungen gesichert werden können, zeigen die Rückblicke auf zwei Branchentreffen: Bei den B2B Media Days diskutierten rund 300 Fachmedienprofis darüber, wie menschliche Expertise in einer Welt algorithmischer Beliebigkeit zum Anker für Orientierung und Glaubwürdigkeit werden kann (S. 54). Die Ökumenischen Medientage in Frankfurt am Main rückten die gesellschaftliche Relevanz konfessioneller Medien und ihren unverwechselbaren publizistischen Auftrag in den Mittelpunkt (S. 78). Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst erläutert im exklusiven Interview mit MVFP impuls, weshalb konfessionelle Medien gerade in einer säkularen und polarisierten Gesellschaft wichtige Räume für Einordnung und Dialog schaffen und wie sie technologische Innovation mit ethischer Reflexion verbinden können (S. 77).
Ein Beispiel für Zukunftsfähigkeit im Fachmedienmarkt bietet die Vogel Communications Group, die in diesem Jahr ihr 135-jähriges Bestehen feiert (S. 60). Im Jubiläumsinterview zeichnet Vogel-CEO Matthias Bauer die Transformation des Unternehmens vom Fachverlag zum Kommunikationsdienstleister nach – getragen von strategischer Kontinuität und einer offenen Lernkultur als Grundlage für die weitere Entwicklung (S. 63).
Catrin Behlau, Redaktionsleiterin der „Personalwirtschaft“, verrät, warum sie „Am Kiosk“ seit vielen Jahren zur Kölner „Stadtrevue“ greift – einem unabhängigen Stadtmagazin, das für sie streitbaren und unverzichtbaren Lokaljournalismus verkörpert (S. 86).
Auf knapp 40 Seiten bietet MVFP impuls zudem Aktuelles aus den MVFP-Landesvertretungen und Neuigkeiten aus den Mitgliedsverlagen.
MVFP impuls erscheint gedruckt und als E-Paper.











