#PressefreiheitIstDeineFreiheit – Susanne Koelbl
„Viele unserer Kollegen im Ausland sitzen oder saßen im Gefängnis. Unsere Pressefreiheit hier zählt zu den wichtigsten Rechten. Sie zu bewahren, vor Missbrauch zu schützen und gegen Aushöhlung zu verteidigen, ist die Aufgabe unserer Zeit.“
Susanne Koelbl, Auslandsreporterin beim SPIEGEL
Über Susanne Koelbl
Susanne Koelbl ist seit 1991 Auslandsreporterin beim SPIEGEL. Seit Jahrzehnten berichtet sie aus internationalen Konfliktregionen wie dem Balkan, Zentralasien, Syrien, dem Irak, Iran, Afghanistan und Saudi-Arabien. Ihre Arbeit ist geprägt von kontinuierlicher Präsenz vor Ort und einer tiefgehenden Auseinandersetzung mit politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen.
Koelbl gilt als ausgewiesene Kennerin insbesondere des Nahen und Mittleren Ostens sowie Zentralasiens. Afghanistan hat sie mehr als vierzig Mal bereist – so häufig wie kaum eine andere westliche Journalistin. Ihre Reportagen und Bücher zeichnen sich durch intensive Recherche, analytische Tiefe und unmittelbare Einblicke in komplexe Machtstrukturen und Lebensrealitäten aus.
Auch die Bedeutung der Pressefreiheit ist ein zentraler Bestandteil ihrer Arbeit. 2008 wurde bekannt, dass im Rahmen einer Überwachungsmaßnahme des Bundesnachrichtendienst auch ihre Kommunikation mit einem afghanischen Spitzenpolitiker erfasst wurde. Dieser Vorgang wurde als schwerwiegender Eingriff in die Pressefreiheit bewertet. Koelbl positionierte sich öffentlich gegen staatliche Übergriffe auf journalistische Arbeit und unterstreicht seither die Notwendigkeit unabhängiger Berichterstattung.
Für ihre journalistischen Leistungen wurde sie vielfach ausgezeichnet, darunter 2011 mit dem Henri-Nannen-Preis für eine Reportage über Afghanistan, 2014 mit dem Liberty Award für ihre Berichterstattung aus Syrien und Nordkorea. 2025 zeichnete der MVFP Susanne Koelbl mit dem Pressefreiheitspreis aus.
Koelbl beteiligt sich aktiv an Diskussionsveranstaltungen, Panels und als Lehrende, um die Bedeutung von Pressefreiheit und investigativer Arbeit zu vermitteln. Sie ist zudem Autorin mehrerer Bücher, darunter „Krieg am Hindukusch: Menschen und Mächte in Afghanistan“, „Geliebtes, dunkles Land“ und „Zwölf Wochen in Riad. Saudi-Arabien zwischen Diktatur und Aufbruch“.


