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MVFP impuls: Verlage zwischen Innovation, Crawlern und Urheberrecht

Print & Digital MVFP impuls Pressefreiheitskampagne Pressemeldung Medienpolitik

Künstliche Intelligenz: Future Media Now, Medienpolitik, Monetarisierung | Pressefreiheit: Bündnis Zukunft Presse, Pressefreiheitspreis und Aktionstag | Verlagsportrait: 80 Jahre DIE ZEIT | MVFP vor Ort: Impulse von München bis Münster | Mit: Dennis Ballwieser, Julia Becker, Prof. Dr. Christoph Fiedler, Johanna Heise, Nils von der Kall, Christian Meier, Patrick Möller, Moritz Ollmert und Carsten Wagner

Die Frage „Freundlicher Assistent oder feindliche Übernahme?“ im Umgang mit künstlicher Intelligenz steht im Zentrum der Frühjahrsausgabe von MVFP impuls. Das 80-seitige Magazin zeigt, wie die Technologie einerseits als zentraler Treiber die gesamte Wertschöpfungskette der Verlage durchdringt, während Medienhäuser andererseits Gefahr laufen, zu reinen Datenlieferanten für KI-Anbieter zu werden.

Die Ausgabe blickt auf die Zukunfts- und Digitalkonferenz des MVFP Future Media Now, auf der 120 Digitalexpertinnen, Strategieverantwortliche und Innovationstreiber der Branche über neue Wege diskutierten, um in einem radikal veränderten Marktumfeld nicht nur zu bestehen, sondern die Standards von morgen zu setzen (S. 46). Deutlich wurde: Neben technologischen Lösungen braucht es vor allem branchenweite Standards und regulatorische Unterstützung auch auf europäischer Ebene.

In diesem Kontext erklärt Prof. Dr. Christoph Fiedler (S. 52), wie KI-Systeme journalistische Inhalte systematisch als Rohstoff nutzen, ohne deren Entstehung zu finanzieren. Er macht deutlich, dass Presseverlage ihre Hoheit über die Verwertung ihrer Inhalte zurückgewinnen müssen – durch technische Steuerung des Zugangs, klare Standards im Umgang mit KI-Bots und eine wirksame rechtliche Flankierung. Während die Politik noch darum um wirksame Regeln ringt, stehen Verlage vor der dringenden Aufgabe, Verfügungsrechte durchzusetzen und angemessene Erlösmodelle für die KI-Nutzung ihrer Inhalte zu etablieren: „Im Falle der KI führt kein Weg daran vorbei, dass die Verlage die Hoheit über die Verwertung ihrer Inhalte durch KI verteidigen oder wiedererlangen und dass diese Verwertung zu angemessenen Erlösen führt.“ Wie stark der rasant zunehmende Web-Traffic durch KI-Bots die Publishing-Geschäftsmodelle unter Druck setzt und was das für die digitale Zukunft bedeutet, beschreibt Christian Meier (S. 54). 

Auf EU-Ebene begrüßen MVFP und BDZV den Initiativbericht des EU-Parlaments zum Urheberrecht und generativer KI als wichtiges Signal für einen stärkeren Schutz von Presse und Kreativbranche, fordern aber die EU-Kommission zudem auf, zügig einen wirksamen Rechtsrahmen für Transparenz, Kontrolle und Vergütung bei der Nutzung journalistischer Inhalte durch KI vorzulegen (S. 24). Zugleich warnt ein breites Medienbündnis vor Eingriffen in den journalistischen Quellenschutz durch geplante Regelungen zur IP-Adressspeicherung und mahnt Nachbesserungen im Sinne der Pressefreiheit an (S. 25). Weitere Beiträge zeigen, wie wettbewerbs- und medienpolitische Entscheidungen die Branche unmittelbar betreffen – etwa im Verfahren gegen Apple zum App-Tracking Transparency Framework (S. 28) oder bei der nationalen Umsetzung der EU-Regeln zu politischer Werbung, bei der zentrale Schutzmechanismen für die Pressefreiheit bislang unzureichend berücksichtigt sind (S. 30).

Ein Beispiel für erfolgreiche Wandlungsfähigkeit zeigt das Verlagsporträt zum 80-jährigen Jubiläum der ZEIT (S. 58). Nils von der Kall, seit Februar 2026 CEO der ZEIT, beschreibt im Interview mit MVFP impuls, wie Unternehmenskultur, Innovation und neue Formate die Zukunft des Hamburger Medienhauses prägen: „Das ,ZEIT-Gefühl‘ verbindet die Neugier, den Problemen auf den Grund zu gehen, mit der Zuversicht, diese auch lösen zu können – zumindest langfristig.“

Dass Beständigkeit und Veränderung zwei Seiten derselben Medaille sind, betont auch Julia Becker, Aufsichtsratsvorsitzende der FUNKE Mediengruppe. Im exklusiven Interview erläutert sie, warum lebenslanges Lernen für die Führungsebene unverzichtbar ist, wie neue Impulse das Urteilsvermögen schärfen und wie eine moderne Lernkultur die Transformation des Medienhauses vorantreibt (S. 67): „Weiterbildungen sind ein zentraler Hebel für eine resiliente, moderne und diverse Unternehmenskultur. In Zeiten tiefgreifender Veränderungen schaffen sie psychologische Sicherheit, weil sie Ungewissheit nicht verdrängen, sondern strukturiert adressieren.“

Die Ausgabe setzt darüber hinaus ein klares Zeichen für die Bedeutung von Pressefreiheit: MVFP und BDZV würdigen als Bündnis Zukunft Presse mit dem erstmals gemeinsam verliehenen Pressefreiheitspreis 2026 Jimmy Lai, Cathrin Kahlweit und Jan Jessen, die unter schwierigen Bedingungen für unabhängigen Journalismus einstehen (S. 31). Gleichzeitig rückt ein bundesweiter Aktionstag für Jugendliche die Stärkung von Informationskompetenz in den Fokus und zeigt, wie wichtig es ist, junge Menschen für den Wert freier Medien und einer konstruktiven Debattenkultur zu sensibilisieren (S. 32).

Florian Boitin, Chefredakteur von PLAYBOY Deutschland, verrät, warum er „Am Kiosk“ am liebsten zur „Titanic“ greift – einem Magazin, das mit provokanter Satire immer wieder Grenzen auslotet und der Gesellschaft dabei den Spiegel vorhält (S. 80). MVFP impuls bietet auf über 30 Seiten Aktuelles aus den MVFP-Landesvertretungen und Neuigkeiten aus den Mitgliedsverlagen. 

MVFP impuls erscheint gedruckt und als E-Paper.

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