Freiheit braucht Fakten: Bündnis Zukunft Presse verleiht Pressefreiheitspreis
Der unabhängige Journalismus der Verlage ist das Fundament unserer Demokratie. Doch diese informierende Infrastruktur gerät in einer Zeit der systematischen Verwischung von Fakten und Manipulation zunehmend unter Druck. Um das Bewusstsein für die unverzichtbare Rolle einer freien Presse zu stärken, verleiht das Bündnis Zukunft Presse am 6. Mai 2026 in Berlin erstmals gemeinsam den Pressefreiheitspreis 2026.
Das Bündnis Zukunft Presse – ein Zusammenschluss des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und des Medienverbands der freien Presse (MVFP) – steht gemeinsam für rund 500 Verlage, 9.000 Medienkanäle sowie über 20.000 Redakteurinnen und Journalisten in Deutschland. Mit dem Preis würdigt das Bündnis Persönlichkeiten und Organisationen, die unter schwierigsten Bedingungen für Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Information einstehen.
Journalismus unter Druck: Vertrauensverlust, Gewalt, digitale Monopole
Weltweit wird die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten herausfordernder. Manipulation, Agitation, Aggression, Repression oder blanker Hass erschweren die Suche nach der Wahrheit. Die Notwendigkeit dieser Auszeichnung wird durch aktuelle Daten unterstrichen, die diese besorgniserregende Entwicklung belegen: Laut dem Edelman Trust Barometer 2026 liegt der Trust Index für Deutschland bei lediglich 44 Punkten (Distrust-Bereich). Das Vertrauen in Medien liegt mit 46 Punkten unter der Neutralitätsmarke. Aktuelle Zahlen des Bundeskriminalamts belegen eine drastische Verschärfung der Lage für die Presse: Von April 2024 bis November 2025 wurden über 800 Straftaten gegen Medienschaffende registriert – eine Steigerung von rund 71 Prozent gegenüber 2023. Besonders kritisch ist die Situation bei öffentlichen Versammlungen, wo Berichterstattung zunehmend zum persönlichen Risiko wird. Gleichzeitig ist in der digitalen Dimension der Medienwelt „eine faire Chance auf Sichtbarkeit unter den Bedingungen digitaler Monopole nicht mehr gegeben“, wie der Medienwissenschaftler Martin Andree kürzlich festgestellt hat (faz.net,08.02.2026).
Angesichts einer systematischen Verwischung der Grenzen zwischen Fakten und Desinformation, zwischen Wirklichkeit und manipulierten Wahrheiten in den sozialen Massenmedien ist es dem Bündnis Zukunft Presse wichtig, Menschen sichtbar zu ehren, die diesen Journalismus mit großer Leidenschaft verkörpern: die recherchieren, einordnen und veröffentlichen, selbst dann, wenn Fakten umkämpft sind, Propaganda dominiert oder persönliche Risiken steigen. In einer Zeit, in der Algorithmen und monopolistische Tech-Strukturen öffentliche Debatten durch manipulative Empörung prägen, braucht es mehr denn je den unabhängigen Journalismus der Verlagspresse mit Tageszeitungen, Publikumsmagazinen, Fachpresse und konfessionellen Medien, der
- vor Ort berichtet, statt aus sicherer Distanz zu spekulieren,
- beharrlich recherchiert, statt Trends hinterherzulaufen,
- prüft und einordnet, statt zu dramatisieren,
- Wahrheit verteidigt, auch gegen Druck, Drohungen und Repression.
Der Preis: Ein Impuls für die Branche
Der mit 10.000 Euro dotierte Pressefreiheitspreis ehrt ehrt Journalistinnen, Journalisten, Verlage sowie Organisationen, die trotz dieser widrigen Bedingungen durch ihre Arbeit für die Freiheit der Presse und damit für die Freiheit der Meinung stehen, und die in ihrer Arbeit zeigen, was professioneller Journalismus im Kern ist: Verantwortung, Verlässlichkeit und Vielfalt.
Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai findet die Verleihung am 6. Mai in der Vertretung des Freistaats Bayern in Berlin statt. Die Auszeichnung ist gleichzeitig ein Impuls (Appell) an Politik und Gesellschaft: Eine liberale Demokratie braucht eine ökonomisch stabile und unabhängige Presselandschaft. Investitionen in die journalistische Infrastruktur – ob in Lokalredaktionen oder in der Auslandsberichterstattung – sind direkte Investitionen in die Stabilität der demokratischen Infrastruktur.
