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rbb: Philipp Welte zu Gast bei „Thadeusz lang & breit“

Print & Digital MVFP in den Medien Medienpolitik

Im Gespräch mit Jörg Thadeusz spricht MVFP-Vorstandsvorsitzender Philipp Welte über den alarmierenden Vertrauensverlust in die Zukunft, die manipulative Macht der Tech-Plattformen und die unverzichtbare Rolle der Verlage als schützende Infrastruktur unserer Demokratie. | erschienen im rbb am 17.02.2026

Auszüge:

„Es ist doch alarmierend, dass nur noch 15 Prozent der Menschen in Deutschland glauben, dass ihre Kinder eine bessere Zukunft haben werden als sie. (…) Das hat viel damit zu tun, dass wir in den sozialen Massenmedien einer Flut von manipulativen, indoktrinierenden Inhalten ausgesetzt werden. (…) Der Auftrag des Journalismus beginnt damit, dieser Manipulation und Agitation mit verlässlichen Inhalten entgegenzutreten. Das ist unser Auftrag, so wie er auch im Grundgesetz definiert ist.“

„Ich glaube, dass wir, die wir versuchen, Menschen mit verlässlichen Informationen in den sozialen Netzwerken und im Internet zu versorgen, gegenüber der von Meta, Google und anderen Schaltstellen stark vorangetriebenen Manipulation kaum durchkommen. Ein diskriminierungsfreies Vertriebssystem, wie wir es in der analogen Welt haben, gibt es in der digitalen Welt nicht. Die Big-Tech-Konzerne lenken die Aufmerksamkeit nach der Maximierung des Profits und nicht mehr nach verlässlichen Informationen.“

„Die Verlage und die Verleger, die Unternehmerinnen und Unternehmer hinter den Verlagen haben Milliarden in die Digitalisierung ihrer Inhalte und in die Transformation ihrer Strukturen investiert, um auch in der digitalen Welt verlässlich informieren zu können. Aber die Verteilung von Aufmerksamkeit richtet sich nicht mehr nach dem Informationsgehalt – im Gegenteil: Die großen US-amerikanischen Technologieplattformen haben sich Anfang des letzten Jahres von einem der Grundprinzipien des Journalismus verabschiedet, nämlich der Überprüfbarkeit von Fakten. (…) Sie sind im Grunde Medienunternehmen, die Inhalte verbreiten und mit diesen Inhalten Meinung machen und manipulieren. Und diese manipulative Kraft und diese emotionalisierende Kraft der sozialen Massenmedien verändert unsere Demokratie.“

„Der Unterschied zwischen Google und Meta einerseits und dem, was wir an Journalismus haben, ist die Verantwortlichkeit im Sinne des Presserechts. Wir Verlage (…) veröffentlichen verantwortlich im Sinne des Presserechts. (…) In Deutschland arbeiten zwei Drittel der fest angestellten Redakteurinnen und Redakteure für die Verlage. Sie arbeiten nicht für Google und auch nicht für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, sondern für Verlage. Verlage, die Redakteurinnen und Redakteure beschäftigen und beauftragen, im Sinne des Presserechts Menschen zu informieren. Ich sage: Wir sind die informierende Infrastruktur dieser Republik. Das heißt, unsere Rolle, unser Auftrag ist es, die Menschen in diesem Land verlässlich zu informieren, um ihnen die Chance zu geben, sich eine wirklich freie Meinung bilden zu können. Deshalb stehen Pressefreiheit und Meinungsfreiheit Arm in Arm im Grundgesetz.“

„Wir haben das vielfältigste, reichhaltigste, journalistische Medienangebot der Welt in Deutschland. Es zu verteidigen, ist eine wichtige Funktion – gerade dann, wenn in den sozialen Massenmedien und in der digitalen Welt 24/7 gelogen, die Wahrheit verbogen, manipuliert wird. Und ich glaube, deshalb ist der investigative Journalismus so wichtig und ich freue mich sehr, dass es in Deutschland Verlage gibt, die sich genau dem verpflichtet fühlen und die dafür kämpfen.“

 

Gespräch zum Nachhören

 

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