Verantwortung – Verlässlichkeit – Vielfalt: Medienforum der freien Presse bringt Branche, Politik und Wirtschaft in Berlin zusammen
Wie bleibt unabhängiger Journalismus in Zeiten tiefgreifender politischer, wirtschaftlicher und technologischer Veränderungen stark? Welche Rahmenbedingungen braucht die freie Presse, um auch künftig Vielfalt, Qualität und verlässliche Information zu sichern? Und welche Verantwortung tragen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wenn es um die Zukunft des marktwirtschaftlich finanzierten Journalismus geht?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt beim Medienforum der freien Presse am 30. Juni 2026 im Allianz Forum Berlin – der zentralen Plattform für den Austausch über medienpolitische Chancen und Herausforderungen, Pressefreiheit, Medienvielfalt und die Zukunft des unabhängigen Journalismus in Deutschland. Hier kommen Entscheiderinnen und Entscheider aus Medienhäusern, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen, um über Verantwortung, Verlässlichkeit und Vielfalt als Grundlagen einer freien Presse und einer starken Demokratie zu diskutieren.
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Lars Joachim Rose, Verleger der Mediengruppe KLAMBT, und Philipp Welte, Vorstandsvorsitzender des MVFP, eröffnen den Veranstaltungstag und setzen den Rahmen für die politischen, journalistischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Perspektiven auf die Zukunft der freien Presse.
In vier Programmteilen beleuchtet das Medienforum, wie sich Presseverlage zukunftssicher aufstellen können und welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um journalistische Qualität, publizistische Unabhängigkeit und wirtschaftliche Stabilität nachhaltig zu stärken.
Forum „Politik“: Politische Entwicklungen und ihre Folgen für die Rahmenbedingungen des marktwirtschaftlich finanzierten Journalismus
Zum Auftakt blickt das Forum „Politik“ auf politische Entwicklungen und ihre Folgen für den marktwirtschaftlich finanzierten Journalismus. In einer Zeit, in der große Tech-Plattformen über Sichtbarkeit, Reichweite und Verwertung journalistischer Inhalte mitentscheiden, rücken zentrale Fragen in den Fokus: Wie kann die Politik die freie Presse als informierende Infrastruktur der Demokratie wirksam schützen? Welche medien-, urheber- und wettbewerbsrechtlichen Schritte sind notwendig, um journalistische Inhalte gegenüber KI-Systemen, Plattformmonopolen und algorithmischer Vertriebsmacht zu sichern? Und wie lassen sich faire Rahmenbedingungen schaffen, damit unabhängiger Journalismus auch künftig wirtschaftlich tragfähig bleibt?
Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei, eröffnet diesen Programmteil mit einem politischen Impuls. Anschließend diskutiert er mit Philipp Welte, Vorstandsvorsitzender des MVFP, welche konkreten politischen Maßnahmen jetzt erforderlich sind – von belastbaren Regelungen für die Nutzung journalistischer Inhalte durch KI-Systeme über einen diskriminierungsfreien digitalen Pressevertrieb und die Reform des Pressekartellrechts bis hin zur Debatte um eine Digitalabgabe. Das Forum „Politik“ macht deutlich: Die Sicherung der freien Presse ist keine Sonderforderung einer Branche, sondern eine demokratische Notwendigkeit. Astrid Frohloff, Journalistin, Moderatorin und Medientrainerin, moderiert die Diskussionsrunde und führt durch den Veranstaltungstag.
Forum „Journalismus“: Pluralismus, Demokratiestabilisierung und verlässliche Informationen durch die freie Presse im KI-Zeitlater
Wenn künstliche Intelligenz Informationen in immer größerer Menge produziert, gewinnt die unverwechselbare Leistung professioneller Redaktionen weiter an Bedeutung. Das Forum „Journalismus“ fragt, was journalistische Glaubwürdigkeit in der KI-Ära ausmacht und wie die freie Presse Vertrauen, Orientierung und gemeinsame Öffentlichkeit sichern kann, wenn Medienvertrauen, News-Müdigkeit und verändertes Nutzungsverhalten die Branche herausfordern. Welche Rolle spielen redaktionelle Eigenständigkeit, methodische Transparenz und publizistische Verantwortung, wenn KI Inhalte verdichtet, personalisiert und verbreitet? Und wie können Verlage technologische Innovation nutzen, um journalistische Inhalte zugänglicher zu machen, neue Erzählformen zu entwickeln und jüngeres Publikum zu erreichen, ohne ihre publizistische Identität zu verlieren?
Darüber diskutieren auf dem Podium: Olaf Gersemann, stellvertretender Chefredakteur KI bei WELT, Axel Springer, Dr. Bernward Loheide, Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), Prof. Dr. Wiebke Loosen vom Leibniz-Institut für Medienforschung, Franziska Reich, Chefredakteurin FOCUS bei Hubert Burda Media, und Jochen Wegner, Chefredakteur DIE ZEIT.
Forum „Wirtschaft“: Verlässliche Umfelder in vertrauensvollen Medienmarken
In einer Aufmerksamkeitsökonomie, in der Reichweite immer leichter erzeugt, Werbewirkung aber immer schwerer nachgewiesen werden kann, rücken vertrauensvolle Medienumfelder neu in den Fokus. Das Forum „Wirtschaft“ fragt, wo Werbung tatsächlich wirkt – und warum markenstarke redaktionelle Umfelder für Werbungtreibende weit mehr sind als sichere Platzierungen: Sie schaffen Vertrauen, stärken Markenbindung und bieten Orientierung in einer digitalen Werbewelt, die zunehmend von Plattformlogiken, KI-generierten Inhalten und fragmentierter Aufmerksamkeit geprägt ist. Dabei stehen Brand Safety, Brand Suitability und Brand Trust ebenso im Mittelpunkt wie die Frage nach der wirtschaftlichen Bedeutung publizistischer Qualität.
Das Podium bringt Perspektiven aus Markenführung, Digitalwirtschaft und Fachmedien zusammen: mit Prof. Dr. Dominique von Matt, Unternehmer im Bereich Branding, Online-Marketing, Public Relations und Werbung, Verena Gründel, Host und Director Brand & Communications der DMEXCO, sowie Holger Knapp, Gesellschafter und Sprecher der Geschäftsführung von Sternefeld Medien, Sprecher der Deutschen Fachpresse und MVFP-Vorstandsmitglied.
Forum „Wissenschaft“: Wissenschaftliche Perspektive auf die Entwicklung der Branche
Zum Abschluss des Medienforums richtet das Forum „Wissenschaft“ den Blick auf die zentralen Erkenntnisse des Tages. Der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Bernhard Pörksen von der Universität Tübingen bündelt als aufmerksamer Beobachter die Diskussionen, ordnet sie analytisch ein und schlägt den Bogen zu den Leitbegriffen des Medienforums: Verantwortung, Verlässlichkeit und Vielfalt. Mit seinem reflektierenden Resümee verbindet er die politischen, journalistischen und wirtschaftlichen Perspektiven des Tages und eröffnet einen wissenschaftlich fundierten Blick auf die Entwicklung der Branche – und auf die Rolle der freien Presse in einer sich wandelnden Öffentlichkeit.
Nach einem erkenntnisreichen Kongresstag lädt der MVFP zur Mediennacht der freien Presse ein. Im exklusiven China Club Berlin über den Dächern der Hauptstadt bietet sich Gelegenheit, Gespräche fortzusetzen, Kontakte zu vertiefen und den Austausch in besonderer Atmosphäre weiterzuführen.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Berlin.
