Ihr direkter
Weg zu uns.

Navigation
MVFP, LarsJoachimRose, Medienpolitik, HORIZONT, BDZV

HORIZONT | „Uns geht es nicht um Macht, sondern um Wirkmacht gegenüber der Politik.“

Print & Digital MVFP in den Medien Medienpolitik

MVFP-Vorstandsvorsitzender Lars Joachim Rose spricht im HORIZONT-Interview mit Roland Pimpl über seinen Kurs als Verleger und als Vorstandsvorsitzender, über die Top-Forderungen des MVFP an die Politik und über Kooperationen. | erschienen in Horizont am 24.09.2026

HORIZONT, Roland Pimpl | Herr Rose, schon lange wirken Sie im MVFP-Vorstand – und nun seit fast drei Monaten als dessen Vorsitzender. Wie hat das Ihre Sicht auf die Dinge verändert?
Lars Joachim Rose| Eigentlich gar nicht so viel. Denn das ist hier ja keine One-Man-Show, sondern ein Gremium – wie schon beim damaligen VDZ mit Hubert Burda, ebenso danach mit Rudolf Thiemann und zuletzt mit Philipp Welte. In den über zehn Jahren, in denen ich im Vorstand des VDZ und seit 2022 des MVFP mitarbeite, haben wir uns immer regelmäßig ausgetauscht. Seit der Pandemie schalten wir, die sieben Vorstandsmitglieder des MVFP, uns regelmäßig alle zwei Wochen zusammen, um alles zu besprechen, was anliegt – und wir entscheiden gemeinsam. Der Vorstandsvorsitzende übernimmt darüber hinaus noch zusätzliche Aufgaben, etwa Termine in der Öffentlichkeit und auf politischen Veranstaltungen, als Gesicht und Sprachrohr des Verbandes.

Dabei haben Sie in Ihrem eigenen Unternehmen sicher schon genug zu tun: Anstatt als Gesellschafter im Hintergrund zu bleiben, führen Sie Klambt als „aktiver Verleger“ mit Ihrem Bruder höchstselbst. Warum tun Sie sich auch noch das MVFP-Spitzenamt an?
Den Zeitaufwand kannte ich. Und mit meinem Bruder teile ich das Anliegen, unser Haus – den ältesten bestehenden Publikumsverlag in Deutschland – an die nächste Generation weiterzugeben. So geht es vielen Verlegerinnen und Verlegern. Hubert Burda hat einmal gesagt: „Unsere Unternehmen sind uns nicht geschenkt worden – sondern von unseren Vorfahren nur geliehen.“ Damit wir sie weiterreichen können, müssen wir daran arbeiten, dass sich die politischen Rahmenbedingungen, die seit Jahren gegen uns laufen, zu verbessern. Diese Interessen vertritt der MVFP für seine Mitglieder. Dafür engagiere ich mich mit Freude. Denn ich möchte, dass auch meine Kinder dieses Glück erleben können, medienunternehmerisch erfolgreich zu sein.

Ihr Vorgänger Philipp Welte war nicht mehr angetreten und hat das beim Abschied vor den Delegierten mit „Intrigen, Neid und Missgunst“ bei einer Wieder-Kandidatur begründet. Lief das alles so anständig und transparent, wie so etwas laufen sollte?
Dieser Prozess ist so demokratisch abgelaufen, wie es unsere Satzung vorsieht, nachdem Philipp Welte selbst erklärt hat, dass er durch sein Ausscheiden bei Burda die Wahlvoraussetzung der Satzung, in leitender Funktion eines Mitgliedsverlages tätig zu sein, nicht erfülle und deshalb nicht mehr kandidiere. Die Wahl des Vorstands war schon immer ein Prozess, der nicht erst zwei Wochen vorher beginnt. Es geht vielmehr um das Suchen und Finden eines Kompromisses zwischen vielen Mitgliedern und diversen Interessen. Dafür werden schon frühzeitig Gespräche geführt – bilateral und in größeren Runden –, um Stimmungen sowie Bereitschaften und Voraussetzungen für mögliche Kandidaturen auszuloten. Am Ende haben sich alle also die Landesvertretungs- und Fachvertretungsvorsitzenden sowie der Bundesvorstand – darauf geeinigt, mich zu fragen, ob ich mir diese Rolle vorstellen könne. Dabei waren alle gremiengerecht anwesend, niemand außen vor. Und auf der Delegiertenversammlung wurde ich einstimmig gewählt.

Einstimmig auch deshalb, weil die Funke Mediengruppe zuvor ihren Austritt erklärt und ihre Leute aus allen Verbandsfunktionen abgezogen hatte.
Ich finde es sehr schade, dass die Kolleginnen und Kollegen von Funke so entschieden haben. Auf Unternehmensebene arbeiten wir bei Klambt seit vielen Jahren und weiterhin exzellent mit ihnen zusammen, nicht zuletzt bei unseren beiden Vertriebs- und Vermarktungs-Joint-Ventures MZV und BCN. Das galt bisher auch für die Verbandsarbeit, in sämtlichen Gremien und Arbeitskreisen. Ich bedauere für den MVFP und auch ganz persönlich, dass uns die Stimmen und die Expertise der Kolleginnen und Kollegen von Funke dort nun fehlen.

Wäre Funkes Austritt als Kollateralschaden der Wahl nicht vermeidbar gewesen?
In einem Verband mit 350 Mitgliedsverlagen gibt es natürlich auch Stimmen, die sagen: „Lars Rose ist nicht der Richtige. Der kann das nicht, der hat das falsche Portfolio, der passt uns nicht.“ Oder die sich einfach einen anderen Kandidaten oder einen anderen Prozess gewünscht hätten. Das ist normal in einem lebendigen Verband und in einem demokratischen Prozess, wie bei vielen Verbandswahlen. Das akzeptiere ich und damit kann ich gut leben. Für eine erfolgreiche Verbandsarbeit ist allerdings Kompromissfähigkeit erforderlich, das heißt, Mehrheiten für andere Standpunkte zu akzeptieren und Verbündete zu bleiben.

Funke ist beim MVFP einer der größten Beitragszahler. An welchen Stellen werden Sie diese künftige Mindereinnahme kostenmäßig zu kompensieren versuchen?
Die Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge steigen bekannterweise in vielen Verbänden nicht gerade. So ist es auch bei uns, und Funkes Austritt bedeutet einen zusätzlichen finanziellen Verlust. Da dieser jedoch erst zum Geschäftsjahr 2027/28 wirksam wird, sind jetzt keine „Notmaßnahmen“ erforderlich. Wir werden aber natürlich unternehmerisch damit umgehen, indem wir an anderer Stelle Erlössteigerungen erzielen oder auch Sparmaßnahmen verfolgen.

Und zwar wo genau?
Im Oktober werden wir uns alle – die Landes- und Fachvertretungen sowie der Bundesvorstand – in Berlin treffen, als Start eines ergebnisoffenen Review-Prozesses. Unser Schatzmeister im Vorstand, Alfons Schräder, wird dort einen Dreijahresplan zum Umgang mit dieser Situation vorlegen. Über allem stehen jedoch die Kraft und die Qualität unserer Arbeit, mit der wir auch weiterhin überzeugen wollen, dass es sich lohnt, Mitglied im MVFP zu sein.

Was wird der Schwerpunkt Ihrer Amtsführung: Lobbyarbeit? Gattungsmarketing? Organisatorisches? Mitgliederservices?
Ganz klar: Unsere Hauptaufgabe im Bundesvorstand ist die politische Interessenvertretung. Die Governance des Verbandes spielt dabei selbstverständlich eine Rolle. Das Gattungsmarketing ist hingegen Aufgabe unserer Fachvertretungen. Dazu zählt auch der „experience day“ der Publikumsmedien in der kommenden Woche in Düsseldorf, auf den ich mich sehr freue.

Bei Ihrer Antrittsrede Ende Juni haben wir einen – im Vergleich zum Vorgänger – neuen Sound herausgehört: problembewusst, aber dann kaufmännisch-pragmatisch, weniger apokalyptisch und staatstragend. Nicht jede berechtigte Lobbyposition haben Sie gleich mit der Rettung der Demokratie verknüpft. Oder haben wir da nicht richtig hingehört?
Was mir persönlich und uns beim MVFP an dieser Stelle wichtig ist: Die Arbeit, die Philipp Welte für unseren Verband geleistet hat, seine Lebensleistung für den MVFP, die kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Zurecht betont er konsequent die Bedeutung der Presseverlage für unsere demokratische Gesellschaft. Die jüngsten Landtagswahlen haben gezeigt, dass starke Medien wichtiger werden müssen. Abgesehen davon ist doch klar, dass jeder Mensch und somit auch jeder Vorstandsvorsitzender seinen eigenen Charakter, seine eigenen Schwerpunkte und sein eigenes Vorgehen mitbringt.

Bei Ihnen ist es die Haltung des Unternehmertums?
Als Branche sollten wir uns nicht verzwergen. Wir haben vielfältige, starke und verlässliche Marken mit hervorragenden Journalistinnen und Journalisten, denen die Menschen vertrauen. Und wir übernehmen im Sinne des Presserechts Verantwortung für das, was wir veröffentlichen. Mit all dem können und wollen die Digitalplattformen nicht dienen. Zugleich sind wir aber auch Unternehmer, die aus gegebenen Rahmenbedingungen das Beste machen wollen.

„Die Verlage stehen am Abgrund“: Eine solche Warnung ist nicht Ihr Ding?
Ich bin Pfälzer, da ist das Glas immer halb voll (lacht). Im Ernst: Unsere Vorfahren hatten doch viel härtere Zeiten: Zwei Weltkriege, Weltwirtschaftskrisen, zerstörte Unternehmen. Die haben dann einfach angepackt. Auch danach gab es immer wieder Herausforderungen aus den Märkten heraus, wie das Aufkommen von Privat-TV, Desktop-Publishing und das Internet. Fundamentale Änderungen unserer Geschäftsumstände sind also nichts Neues. Wir bei Klambt restrukturieren deshalb permanent. Seit mein Bruder und ich das Unternehmen leiten, gab es kein Jahr, in dem sich nicht neue Herausforderungen gestellt hätten. Unternehmertum bedeutet, sich dieser Themen anzunehmen und nach Lösungen zu suchen. Transformation gelingt also, wenn man sie unternehmerisch angeht. Das schließt allerdings nicht aus, dass wir die Politik auffordern, endlich faire Rahmenbedingungen zu schaffen. 

Klambt steht für ein Portfolio bunter Blätter, inklusive Yellows. Ein weiterer Grund dafür, dass Sie das Argument, ein den Fakten verpflichteter Qualitätsjournalismus stütze die Demokratie, nicht überstrapazieren?
Sicher nicht. Wir Verleger unterscheiden nicht zwischen „besseren“ und „schlechteren“ Gattungen. Presse ist schlicht unteilbar: Jedes Angebot hat seinen eigenen Wert. Wir alle stehen für eine freie Presse, und zwar in den Formen, die unsere Zielgruppen von uns erwarten. Gut gemachte Unterhaltungs-, Freizeit- und Gesundheitsmedien sind für die Information der Gesellschaft ebenso relevant wie die politische Presse. Unsere Medien sprechen gerade die Mitte der Bevölkerung an – und damit das wirtschaftliche Rückgrat unseres Landes.

Haben Sie den Eindruck, dass Sie beim Netzwerken mit der Politik als Verleger von Unterhaltungsmagazinen nicht so richtig ernst genommen werden?
Die Legitimation des Vorstandsvorsitzenden des MVFP oder jedes anderen Vorstandsmitglieds leitet sich nicht aus dem eigenen Unternehmen oder Portfolio ab, sondern aus der Wahl der Mitglieder. So war es auch bei Rudolf Thiemann als konfessionellem Verleger mit einem kleineren Haus. Und auch bei Philipp Welte, der für Burda ein Portfolio gemanagt hat, das dem von Klambt teils ähnlich ist. Entscheidend sind vielmehr die Fähigkeiten, das Netzwerk und die Lebenserfahrung der Kandidaten.

Wobei Klambt ja schon lange kein kleiner Verlag mehr ist …
Ich bin seit 30 Jahren in dieser Branche tätig, habe zahlreiche Joint Ventures mit Großverlagen – auch international – abgeschlossen und viele Zeitschriften sowie einen Special-Interest-Verlag, zwei Buchverlage und eine Content-Marketing-Agentur übernommen. Zudem sind wir an Radiosendern und 20 Start-ups beteiligt. Ich kenne im Prinzip alle Player im Markt und alle Themen. Trotzdem bleibt meine Hauptaussage: Das Portfolio spielt für die Legitimation als MVFP-Vorstand keine Rolle.

Im Werbemarkt und Alltag vieler Menschen hat die Relevanz journalistischer Medien durch das Plattform-Internet langfristig abgenommen. Wie ist das bei Politikern, die Pressemedien dank Social Media ja weniger (zu fürchten) brauchen als früher? Spüren Sie auch dort einen Bedeutungsverlust, etwa wenn es um Gesprächsbereitschaften geht?
Das würde ich nicht unterschreiben. Wohl aber müssen wir uns die Aufmerksamkeit der Politik längst mit ganz anderen Mediengattungen teilen. Und stärker um sie kämpfen. Wir leben in einer Welt, in der sich nicht nur Promis, sondern auch viele Politiker gerne in Social Media darstellen. Und da schließe ich nicht aus, dass manche den vermeintlich „altbackenen“ Pressemedien fälschlicherweise eine geringere Bedeutung beimessen. Fälschlicherweise deshalb, weil unsere großen digitalen Reichweiten die teils rückläufigen Print-Auflagen übersteigen – und das Vertrauen der Menschen in unsere Medienmarken ist hoch. Ich bin überzeugt, dass die Politik solche Fehleinschätzungen bald korrigieren wird.

Wie das?
Die Landtagswahlergebnisse, die wir zuletzt gesehen haben, dürften wie ein Weckruf wirken und die Erkenntnis reifen lassen, dass die freie Presse ein wichtiger und verlässlicher Akteur in einer demokratisch verfassten Gesellschaft ist – und als solcher behandelt werden sollte. Entsprechende Stimmen hören wir zumindest jetzt aus den Reihen der Politik.

Die Regulierungsdichte, unter der gerade die Verlage leiden, steigt stetig – entgegen den Pro-Presse-Sonntagsreden der Politik. Kann oder will sie die Kollateralschäden nicht sehen? Oder nimmt sie diese gleichgültig oder fahrlässig in Kauf – oder sehen Sie sogar Vorsatz im Spiel, um die unbequeme kritische Presse ein bisschen zurechtzustutzen?
Die politischen Rahmenbedingungen, die Berlin und Brüssel uns setzen, sind wirklich katastrophal. In diesem Übermaß an Regulierung scheint Journalismus keine Rolle mehr zu spielen. Gleichzeitig werden die großen Plattformen, die die Werbemärkte faktisch kontrollieren, nicht daran gehindert, unsere Inhalte aufzusaugen, über deren Sichtbarkeit zu entscheiden und die Zugänge zu den Menschen zu besetzen. Diese digitalen Gatekeeper werden dennoch kaum reguliert. Aber an ein bewusstes politisches Handeln mit dem Ziel, uns Pressemedien zu schaden, glaube ich nicht. Dafür sind zu viele Ebenen im Spiel, in Brüssel, Berlin und den Bundesländern.

Also eher Ignoranz? Trotzdem: Was sind aktuell die Top-3-Anliegen des MVFP?
Die Wettbewerbsbedingungen im digitalen Markt müssen sich ändern. Marktmächtige Tech-Plattformen dürfen ihren KI-Content gegenüber journalistischen Inhalten nicht bevorzugen. Auch der geplante Digitale Medienstaatsvertrag darf letztlich nicht dazu führen, dass staatliche Stellen über die bevorzugte Verbreitung bestimmter Presseangebote entscheiden. Zweitens: Eine inhaltsneutrale Absenkung der Mehrwertsteuer auf null Prozent für alle periodischen Presseerzeugnisse wäre nach wie vor der unkomplizierteste Weg, um die Presse zu stärken.

Und drittens?
Während die digitalen Gatekeeper weitgehend unreguliert immer marktmächtiger werden, müssen wir Verlage mit einem Kartellrecht wie aus dem vergangenen Jahrtausend leben. Ein völlig weltfremdes Kartellrecht, das den intermedialen Wettbewerb bei digitalem Content ausblendet und bei der Marktabgrenzung so tut, als konkurrierten bloß wir Verlage untereinander. So werden uns notwendige Kooperationen und Zusammenschlüsse verbaut.

Wo war der MVFP beim Lobbyieren in den vergangenen Jahren wirklich erfolgreich?
In vielen Punkten sind wir das tatsächlich, allerdings werden diese teilweise nicht so sichtbar, wenn wir und weitere Medienverbände manche Bestrebungen aus Brüssel und Berlin verhindern können. Sehr wohl sichtbar sind dagegen die bekannten Vertriebs- und Vermarktungs-Joint-Ventures, die nach früheren Lockerungen des Kartellrechts erst möglich wurden, ebenso wie das verlagsübergreifende „Fit for Future“-Projekt, mit dem wir das Grosso-System zukunftsfähig machen.

Und was hätte besser laufen können? All das, was wir zuvor besprochen haben?
Klar haben wir noch viel Arbeit vor uns. Das gilt ebenso für den Schutz redaktioneller Medien vor KI-Ausbeutung. Hier sind Transparenzpflichten für KI-Anbieter sowie Urheber-, Verfügungs- und Vergütungsrechte der Publisher für ihre Inhalte erforderlich. Beim Abo-Telefonmarketing gibt es immer wieder Bestrebungen, es komplett zu untersagen oder mit so vielen Auflagen zu versehen, dass es praktisch undurchführbar wird. Was wir stattdessen benötigen, ist ein Belastungsstopp für die Presse, also keine neuen Regulierungen für Verlagsgeschäfte. Und dann könnte man auch mal über eine weitere Idee nachdenken.

Und zwar?
Meist sind es Verlegerverbände, die die bekannten Grundsatzverfahren gegen marktmissbräuchliches Verhalten der großen Digitalplattformen anstoßen und vor allem finanzieren. Die dauern Jahre – und am Ende zahlen die Tech-Riesen ein paar Milliarden Euro. Doch dieses Geld fließt in Staats- oder EU-Kassen. Dabei entsteht der Schaden bei denjenigen, deren Inhalte ausgebeutet werden. Es wäre nur konsequent, solche Strafzahlungen zumindest teilweise zur Stärkung von Journalismus und Medienvielfalt einzusetzen.

Was will der MVFP bei seiner politischen Lobbyarbeit künftig verändern?
Der MVFP verfügt über ein hervorragendes hauptamtliches Team aus exzellenten Expertinnen und Experten. Als ehrenamtliche Vorstände wollen wir ihnen aus unserer Unternehmersicht heraus ein noch besseres Sparring bieten. Außerdem sollten bei politischen Veranstaltungen unbedingt auch mehr Verlagschefs sowie ehrenamtlich in den MVFP-Landesvertretungen engagierte Verlagsköpfe Präsenz zeigen. Die Politik möchte uns auch live sehen und nicht nur unsere Eingaben lesen. Wir sprachen ja soeben über die Aufmerksamkeit der Politik – wir müssen stärker darum werben als früher. Zudem möchten wir die Vernetzung mit dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger, dem BDZV, vertiefen, über unsere jahrzehntelange intensive politische Zusammenarbeit und über unser "Bündnis Zukunft Presse" hinaus.

Dieses Bündnis, eher nur ein Marketingdach für die strategische und medienpolitische Lobbyarbeit Ihrer beiden Verbände, besteht seit Anfang 2025. Was planen Sie da jetzt?
Wir haben beschlossen – ebenso wie der Geschäftsführende Vorstand des BDZV –, dass wir ergebnisoffen prüfen wollen, ob und in welcher organisatorischen Form wir uns enger verbünden können, um unsere politische Schlagkraft weiter zu erhöhen. Etwa, indem wir in Zukunft noch verstärkter gemeinsam auftreten. "One face to the customer" sozusagen – in diesem Fall gegenüber der Politik. Schließlich sind unsere Themen zu nahezu deckungsgleich. Im Herbst werden wir unseren Gremien dazu Vorschläge vorstellen. Außerdem möchten wir über Kooperationen auch mit weiteren Branchenverbänden sowie mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nachdenken.

Das Zusammenrücken mit dem Zeitungsverband BDZV ist ein Dauerthema, seit vielen Jahren. Wie weit kann und soll das jetzt gehen – bis hin zu einer Fusion?
Wie bereits gesagt, wollen wir prüfen, wie weit das gehen kann. Eine Fusion ist allerdings nicht das Ziel. Sie wäre auch nicht sinnvoll, denn jeder unserer Verbände hat seine begründeten Eigenarten. Unsere Themen sind meist die gleichen, doch unsere Strukturen und Märkte sind es nicht: Der BDZV wird von Landesverbänden getragen – was angesichts der vielen Regionalzeitungen naheliegt. Unsere MVFP-Mitglieder sind dagegen bundesweit tätig. Wir stehen für verschiedene Fachrichtungen: Publikumsmedien, Fachmedien und konfessionelle Medien. Daher werden wir nicht an einem Konstrukt arbeiten, das alles zusammenwirft.

Bis jetzt dürften weniger diese organisatorischen Besonderheiten beider Verbände eine Annäherung ausgebremst haben – sondern eher der Unwillen mancher Würdenträger, in einem zusammengerückten Konstrukt Macht zu teilen, also abzugeben.
So habe ich das nie wahrgenommen. Uns geht es nicht um Macht, sondern um Wirkmacht gegenüber der Politik.

Druckansicht Seite weiterempfehlen