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Journalismus, Reuters Institute, Medienprognose

MVFP Südwest I Was können wir 2026 vom Journalismus erwarten?

Landesvertretung Südwest

Für die Studie „Journalism, media, and technology trends and predictions 2026“ befragte das Reuters Institute for the Study of Journalism Medienschaffende in 51 Ländern zur Zukunft des Journalismus.

Das Reuters Institute for the Study of Journalism befragte Medienschaffende zur Zukunft des Journalismus; Foto © walls_io/unsplash

Das Reuters Institute for the Study of Journalism befragte Medienschaffende zur Zukunft des Journalismus; Foto © walls_io/unsplash

Generative KI verändert die Informationsverarbeitung grundlegend, während Influencer und Creator zunehmend das Publikum mit personalisierten Inhalten erreichen. Dies geht zulasten traditioneller Medien, denen es oft an Relevanz und Authentizität mangelt. Gleichzeitig entwickeln sich Suchmaschinen zu KI-gesteuerten Antwortmaschinen, was Befürchtungen weckt, dass die Geschäftsmodelle der Verlage untergraben werden. Und: Politiker, Unternehmen und Prominente nutzen zunehmend alternative Kanäle und diskreditieren unabhängige Medien gezielt. Trotz dieser zahlreichen Herausforderungen bleiben viele traditionelle Medienorganisationen optimistisch – zumindest in Bezug auf ihre eigenen Geschäftsmodelle.

Welche Geschäftsmodelle sind zukunftsfähig?  

Die Umfrage des Reuters Institute for the Study of Journalism unter Medienschaffenden in 51 Ländern (darunter Christoph Zimmer vom SPIEGEL) zeigt: Die Verlage wollen sich in diesem Jahr darauf konzentrieren, ihr Business im KI-Zeitalter neu aufzustellen und mehr unverwechselbaren Content zu erschaffen. Medienhäuser, die im direkten Kontakt mit ihren Kunden hochwertige, abonnementbasierte Modelle anbieten, sehen sich gut aufgestellt. Diejenigen Anbieter hingegen, die weiterhin stark von Werbung und Printmedien abhängig sind, erwarten starke Umsatzrückgänge und befürchten negative Auswirkungen der KI-gestützten Suche auf das Geschäftsergebnis. 

Mehr als drei Viertel der Befragten geben an, dass es wichtig sei, mehr in Videos zu investieren, wobei die Mehrheit auch Audioformate ausbauen möchte, um unmittelbar auf die Bedrohung durch KI zu reagieren.

Einsatz von KI-Technologien nimmt weiter zu 

Gleichzeitig werden Nachrichten- und Medienhäuser der Befragung zufolge weiter daran arbeiten, wie sie generative KI selbst am besten für die Nachrichtenbeschaffung, -aufbereitung und -verteilung einsetzen können. Das ist ein schwieriger Balanceakt, der jedoch – wenn er gelingt – die Aussicht auf mehr Effizienz und einen relevanteren und ansprechenderen Journalismus verspricht. 

Der Einsatz von KI-Technologien durch Medienorganisationen nimmt in allen Bereichen  weiter zu. Die Backend-Automatisierung wird in diesem Jahr von der überwiegenden Mehrheit der befragten Verlage als wichtig angesehen. Viele der befragten Medienhäuser haben bereits im letzten Jahr KI-Piloten in ihre Content-Management-Systeme integriert. 

Plattformen haben nicht alle Trümpfe in der Hand

Die Medien- und Nachrichtenbranche befindet sich demnach weiterhin im Wandel, wobei alte Modelle auslaufen und neue noch nicht vollständig ausgereift sind. Große Technologieplattformen bleiben weiterhin am Steuer und verfügen über neue Tools, mit denen sie Inhalte auf oft scheinbar magische Weise aggregieren und neu zusammenstellen können. Doch die Ergebnisse der Befragung zeigen: Die Plattformen haben nicht alle Trümpfe in der Hand – zumindest, wenn es um Nachrichten und Informationen geht.

Die vollständigen Studienergebnisse stehen auf der Seite des Reuters Institute for the Study of Journalism zum Download zur Verfügung. 

Quelle: Reuters Institute for the Study of Journalism

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