MVFP Bayern | Warum Live-Kommunikation zum strategischen Erfolgsfaktor wird
Digitale Plattformen, künstliche Intelligenz und automatisierte Kommunikation verändern die Medienbranche tiefgreifend. Gleichzeitig wächst der Bedarf nach persönlichem Austausch, Orientierung und vertrauensvollen Begegnungen. Welche Rolle Live-Kommunikation künftig für Medienmarken spielt, stand im Mittelpunkt des digitalen Mittagstalks des MVFP Bayern mit Dr. Gunther Schunk, bis Juli Director Public Relations der Vogel Communications Group (VCG).
Zum Auftakt machte Horst Ohligschläger, Vorsitzender des MVFP Bayern, die Bedeutung persönlicher Begegnungen für die Branche deutlich: „Tagungen, Events und andere Live-Formate schaffen Raum für direkten Austausch, fördern Gemeinschaften und machen Medienmarken unmittelbar erlebbar. Gleichzeitig eröffnen sie Möglichkeiten, Themen intensiver zu behandeln, neue Kontakte zu knüpfen und Zielgruppen langfristig zu binden.“
Gunther Schunk beschrieb Live-Kommunikation als stark wachsendes Feld innerhalb der Medienbranche. Dabei verwies er auf die 135-jährige Geschichte der VCG. 1891 gegründet formulierte Firmengründer Carl Gustav Vogel bereits 1894, man wolle der Industrie „eine Plattform zum direkten Austausch von Marktinformationen anbieten“. Rückblickend, so Schunk, habe das Unternehmen damit den Plattformgedanken moderner Medienmodelle früh vorweggenommen. Heute verstehe sich die Vogel Communications Group längst nicht mehr ausschließlich als Verlag, sondern als Kommunikations- und Plattformunternehmen mit Fachmedien, Agenturen, Events und Community-Angeboten.
Schunk betonte, dass in einer Zeit permanenter Krisen und beschleunigter Veränderungen der Bedarf an direktem Wissens- und Erfahrungsaustausch kontinuierlich wachse. „‘Sankt KI‘ ist der heimliche Schutzpatron der persönlichen Begegnung“, formulierte Schunk zugespitzt. Je stärker Inhalte automatisiert erzeugt würden, desto wichtiger würden Echtheit, Vertrauen, Orientierung und unmittelbarer Austausch. „Wahrheit, Direktheit und Emotion sind die erfolgreichste Form der Kommunikation.“
Kollaborative, interaktive und netzwerkorientierte Kongressformate rückten an die Stelle von Kongressen mit reinen Frontalvorträgen. Entscheidend sei nicht allein die Informationsvermittlung, sondern die Möglichkeit, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, Kontakte aufzubauen und neue Perspektiven zu gewinnen. „Persönlicher Dialog ist durch nichts zu ersetzen“, betonte Schunk.
Welche Bedeutung dabei die digitale Verlängerung von Veranstaltungen inzwischen besitzt, erläuterte Tim Bartl, bislang Director Strategic Projects & Brand Advocate und ab 1. Juli Chief Communication Officer der VCG. Soziale Netzwerke dienten längst nicht mehr nur der Bewerbung von Events, sondern seien integraler Bestandteil moderner Live-Kommunikation. Dadurch entstünden Reichweite, neue Netzwerke und zusätzliche Sichtbarkeit weit über klassische Medienkanäle hinaus.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die beschriebenen Entwicklungen alle Gattungen betreffen. Die Medienhäuser stünden zunehmend vor der Aufgabe, gesellschaftliche Themen intensiver aufzubereiten, Communitys aufzubauen und journalistische Marken unmittelbarer erfahrbar zu machen. Dies böte Orientierung in einer komplexer werdenden Informationswelt.
MVFP Bayern-Geschäftsführerin Anina Veigel betonte zum Abschluss die strategische Bedeutung solcher Formate für die Branche: „Der Mittagstalk hat gezeigt, dass Live-Kommunikation weit mehr ist als ein zusätzliches Geschäftsfeld. Persönliche Begegnungen schaffen Vertrauen, fördern Austausch und stärken die Bindung zwischen Medienmarken und ihrem Publikum.“
