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Meta sperrt Facebookseite von PLAYBOY Deutschland endgültig – Verlag leitet rechtliche Schritte ein

Print & Digital Landesvertretung Bayern Medienpolitik

Meta begründet die Löschung mit „einigen Aktivitäten“, die gegen die „Gemeinschaftsregeln“ zu verstoßen „scheinen“. Bis zum heutigen Tag bleibt Meta der PLAYBOY-Redaktion allerdings eine Auskunft darüber schuldig, welche Beiträge aus welchen Gründen gegen die Gemeinschaftsregeln von Facebook verstoßen haben sollen.

Seit dem 17. Februar, also seit vier Wochen, ist die von zuletzt mehr als 1,8 Millionen Followern abonnierte Facebook-Seite von PLAYBOY Deutschland nicht mehr auffindbar. Am 19. Februar wurde der Redaktion vom Facebook-Betreiber Meta Platforms Inc. nach Einspruch mitgeteilt, dass die Überprüfung abgeschlossen und die Sperrung und Löschung der Seite endgültig sei. Als Begründung für die unangekündigte und finale Deaktivierung der reichweitenstarke Social-Media-Seite nennt Meta „sexuell motivierte Kontaktaufnahme durch Erwachsene“ und „Nacktheit und sexuelle Handlungen“. Dabei verweist Meta ganz allgemein auf seine „Gemeinschaftsregeln“ und begründet die endgültige Löschung der Seite in einer automatisch generierten Antwort mit „einigen Aktivitäten“, die gegen diese Regeln zu verstoßen „scheinen“. Bis zum heutigen Tag bleibt Meta der PLAYBOY-Redaktion allerdings eine Auskunft darüber schuldig, welche Beiträge denn tatsächlich und aus welchen Gründen gegen die Gemeinschaftsregeln von Facebook verstoßen haben sollen.

Die in München ansässige Kouneli Media GmbH, die den deutschen PLAYBOY herausgibt, hatte Meta für eine Auskunft eine Frist bis zum 12. März gesetzt, die der Facebook-Betreiber allerdings verstreichen ließ. PLAYBOY Deutschland sieht sich zur Wahrung seiner Rechte deshalb nun gezwungen, Rechtsmittel einzulegen. Kouneli Media hat inzwischen eine Münchner Anwaltskanzlei mit dem gerichtlichen Vorgehen per einstweiliger Verfügung beauftragt. Darüber hinaus hat PLAYBOY Deutschland eine Beschwerde gegen die Sperrung der Facebookseite bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) eingereicht.

Unterstützung erhält PLAYBOY Deutschland dabei auch vom Medienverband der freien Presse (MVFP), der durch das Verhalten von Meta hier möglicherweise die im Grundgesetz verankerte Pressefreiheit eingeschränkt sieht.

Myriam Karsch, Geschäftsführerin Kouneli Media: „Meta beruft sich bei der Sperrung der PLAYBOY Facebook-Seite auf einen angeblichen Verstoß gegen die Richtlinie zur ‚sexuell motivierten Kontaktaufnahme durch Erwachsene‘. Bis heute hat uns das Unternehmen jedoch nicht nachvollziehbar erläutert, auf welche konkreten Inhalte sich diese Bewertung bezieht, welche Text- oder Bildelemente beanstandet wurden oder weshalb sofort die vollständige Entfernung einer journalistischen Seite als verhältnismäßige Maßnahme angesehen wird.“ Seit der ersten Sperrung habe der Verlag mehrfach vergeblich versucht, eine Klärung herbeizuführen „und konstruktiv zusammenzuarbeiten“, wie Myriam Karsch anmerkt. „Dabei unterliegen Pressemedien in Deutschland und Europa einem besonderen Schutz. Wenn eine journalistische Seite mit fast zwei Millionen Followern unter diesen Umständen vollständig entfernt wird, wirft das grundlegende Fragen nach Transparenz und dem Umgang großer Plattformen mit journalistischen Inhalten auf. Genau deshalb lassen wir diesen Vorgang nun rechtlich prüfen.“

Bereits im Juni vergangenen Jahres hatte Meta die Facebookseite von PLAYBOY Deutschland gesperrt – auch damals ohne Aufklärung des Sachverhaltes. Nachdem zahlreiche Medien über den Fall berichtet hatten, war die PLAYBOY-Facebookseite nach rund einer Woche wieder auffindbar. Meta hat sich aber auch diesbezüglich bis heute weder zu den Gründen der zeitweiligen Sperrung noch zur Wiederherstellung der Social-Media-Seite geäußert. Meta müsse sich deshalb den Vorwurf gefallen lassen, so Florian Boitin, Kouneli-Geschäftsführer und Chefredakteur von PLAYBOY Deutschland, „seine marktbeherrschende Stellung zu missbrauchen und vollkommen willkürlich als auch intransparent zu agieren“.

PLAYBOY ist eine der ikonischsten Marken der Welt. 1953 in den USA gegründet, wurde PLAYBOY erst in den Vereinigten Staaten und bald schon weltweit zu einer der wichtigsten Adressen für meinungsstarken, couragierten und preisgekrönten Journalismus. PLAYBOY macht sich dabei von Beginn an für Freiheitlichkeit, Weltoffenheit und Selbstbestimmung stark. Seit 2019 erscheint der deutsche PLAYBOY monatlich in der Kouneli Media GmbH, einem 100-prozentigen Tochterunternehmen der Kouneli Holding GmbH. Geschäftsführende Gesellschafter der Kouneli Holding sind Florian Boitin und Myriam Karsch.
 

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