BDVZ: Theodor-Wolff-Preis und Wächterpreis 2026 in Berlin verliehen
Theodor-Wolff-Preis 2026
Der Journalistenpreis der Digitalpublisher und Zeitungsverleger – Theodor-Wolff-Preis (TWP) wurde in drei Kategorien vergeben. Die Preise sind mit jeweils 6.000 Euro dotiert.
In der Kategorie Lokales & Zusammenhalt ging der Preis an: Karolina Benedyk: „Ein wahres Tandem“, erschienen am 17. Oktober 2025 im Weser-Kurier. Hier werde die berührende Geschichte eines Mannes erzählt, der seit vielen Jahren mit einem behinderten Mann Tandem fährt und gemeinsam Zeit verbringt, hieß es von der Jury. Im Kleinen werde etwas Großes anschaulich, nämlich „wie sich jemand kümmert, der das überhaupt nicht muss“. Sprachlich herausragend und mit bewusster, scheinbarer Schlichtheit formuliert, mache Benedyks Porträt eines ungewöhnlichen Tandems „einfach froh“.
Der Preisträger in der Kategorie Gesellschaft & Dialog ist: Marvin Ku mit seinem Beitrag „Nicht von hier“, erschienen am 2. Oktober 2025 in Süddeutsche Zeitung Magazin. Der Autor diskutiert den Begriff „Migrationshintergrund“ und verbindet ebenso humorvoll wie fundiert das eigene Erleben mit der wissenschaftlichen und politischen Perspektive, sagte dazu die Jury. Der Text sei „im besten Sinne journalistisch hochwertig aufbereitet“ und eröffne eine Innenperspektive auf das Thema Herkunft und Fremdsein, „das man sonst oft nur aus der Außenperspektive anschaut“.
Als preiswürdig in der Kategorie Zukunft & Verantwortung erachtete die Jury Jakob Schrenks Essay „Das Ertrinken im Redefluss“, erschienen am 30. Mai 2025, ebenfalls in Süddeutsche Zeitung Magazin. Schrenk zeigt den Wandel einer kompletten Kommunikationskultur – warnend, amüsant, präzise. Wer etwa ununterbrochen Sprachnachrichten per Handy verschickt, dürfte sich sofort ertappt sehen. Aus der Jury hieß es dazu: „Ich wurde auf unterhaltsame Art zum Widerspruch gereizt und doch im Wesentlichen von der These überzeugt. Einfach ein superkluger Text.“
Die Nominierten und ihre Beiträge werden auf der Website www.theodor-wolff-preis.de näher vorgestellt. Pünktlich zur Preisverleihung ist darüber hinaus eine Broschüre mit allen nominierten Texten erschienen.
Wächterpreis 2026
In der mit 6.000 Euro dotierten Kategorie Der Wächterpreis ging die Auszeichnung an:
Bastian Berbner: „Ihre Bestellung wird … vorbereitet …“, erschienen am 20. März 2025 in Die Zeit. Die Jury würdigt einen „perfekten Text“ von hoher politischer und wirtschaftlicher Relevanz über die manchmal kafkaesk anmutenden Beschaffungsvorgänge zwischen Rüstungsindustrie und Verteidigungsministerium. Berbner habe damit eine „starke Recherche zum richtigen Zeitpunkt“ geliefert, „auf die man auch noch in 30 Jahren zurückgreifen“ werde.
Preisträger für das mit 10.000 Euro ausgestattete Wächterpreis-Redaktionsstipendium sind Erik Westermann und die Redaktion der Braunschweiger Zeitung. Der Beitrag „Im Bann des Opfers: Anatomie eines Justizversagens“, erschien am 29. März 2025. Hier zeichnete die Jury einen Text aus, den sie „atemlos gelesen“ habe und der „beim Lesen immer besser wurde“. Neben der herausragenden Recherche des Autors hob die Jury die gelungene Kombination des stark juristischen Themas mit der Lokalredaktion hervor, die unter anderem einen investigativen Schwerpunkt aufbaue. Die Würdigung gelte daher in gleichem Maß der Redaktion der Braunschweiger Zeitung.
Die Nominierten und ihre Beiträge werden auf der Website www.waechterpreis.de näher vorgestellt. Pünktlich zur Preisverleihung ist darüber hinaus eine Broschüre mit allen nominierten Texten erschienen. Die Namen früherer Preisträgerinnen und Preisträger sind unter www.waechterpreis.de abrufbar. Seit Ende 2025 wird der Wächterpreis vom Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) im Auftrag der fiduziarischen Stiftung Freiheit der Presse vergeben.
Der Jury beider Preise gehören Annette Binninger (Sächsische Zeitung), Moritz Döbler (Rheinische Post), Andreas Ebel (Ostsee-Zeitung), Nico Fried (Stern, Jury-Vorsitz), Lars Haider (Hamburger Abendblatt), Julia Lumma (VRM), Benjamin Piel (Weser-Kurier), Andrea Rolfes (Neue Westfälische) und Ulrike Winkelmann (taz – die tageszeitung) an.
