11 Jahre nach „Charlie Hebdo“: Pressefreiheit auf dem Prüfstand
Am 7. Januar 2015 erschütterte der islamistisch motivierte Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ die freie Presse weltweit. Zwölf Medienschaffende verloren bei dieser grausamen Tat – die bewusst gegen ein Medium zielte, das mit seinen Karikaturen provozierte, polarisierte und damit die Grenzen der Presse- und Meinungsfreiheit sichtbar auslotete – ihr Leben.
Der MVFP – damals VDZ – nahm diesen menschenverachtenden Anschlag zum Anlass, eine Pressefreiheitskampagne ins Leben zu rufen, die seitdem jährlich fortgeschrieben wird. Unter dem Titel #PressefreiheitIstDeineFreiheit setzt der Verband gemeinsam mit seinen Mitgliedsverlagen, Partnern und Unterstützern kontinuierlich ein sichtbares Zeichen für die Bedeutung freier, unabhängiger Medien.
„Der Anschlag auf Charlie Hebdo erinnert uns bis heute daran, dass Pressefreiheit keine Selbstverständlichkeit ist, sondern ein Wert, den wir gemeinsam aktiv bewahren und schützen müssen“, unterstreicht Detlef Koenig, Geschäftsführender Vorstand im MVFP. „Sie ist das Fundament unserer Demokratie und lebt davon, dass Journalistinnen und Journalisten unabhängig, mutig und glaubwürdig berichten können.“
Zwar sichert Artikel 5 des Grundgesetzes die Pressefreiheit in Deutschland. Der Platz Deutschlands auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen sowie aktuelle Vorfälle zeigen jedoch, dass pressefeindliche Tendenzen auch hierzulande weiter zunehmen: So wurde der Preisträger des MVFP-Pressefreiheitspreises 2025, Paul Ronzheimer, Ende November 2025 bei einer Anti-AfD-Demonstration in Gießen angegriffen. Besonders im digitalen Raum sind Journalistinnen und Journalisten massiven Anfeindungen ausgesetzt. Die Journalistin, Menschenrechtlerin und ebenfalls Preisträgerin des MVFP-Pressefreiheitspreises Düzen Tekkal berichtete im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Jugendlichen zum Tag der Pressefreiheit 2025: „Ich erlebe jede Woche einen Shitstorm. Es gibt nichts, als was ich noch nicht beschimpft wurde.“
Auch elf Jahre nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ gilt: Pressefreiheit und Meinungsvielfalt sind keine abstrakten Prinzipien, sondern Grundlage einer informierten Gesellschaft, des demokratischen Zusammenlebens sowie eines offenen gesellschaftlichen Diskurses mit unterschiedlichen Perspektiven. Dafür stehen der MVFP und seine rund 350 Mitgliedsverlage.
