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KI, Blockchain und Robotics: Große Herausforderungen für Verlage

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Beim VZB-Kaminabend gaben hochrangige Experten Einblicke in die aktuell wichtigsten Entwicklungen und Fragen der Zukunft: Welche Einsatzmöglichkeiten bieten die Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz? Inwiefern sind die Blockchain-Technologie und Robotics für Medienunternehmen heute schon relevant?

Prof. Dr. Alexander Filipović, Hochschule für Philosophie München; Anina Veigel, VZB; Waltraut von Mengden, VZB; Robert Jacobi, THE NUNATAK GROUP; Boris Krumrey, UiPath (Foto: Bettina Theisinger)

(Foto: Bettina Theisinger)

Es gehe um eines der heißesten Themen des Jahres – mit diesen Worten begrüßte Waltraut von Mengden, Erste Vorsitzende des VZB, die zahlreichen Gäste, die zum exklusiven Kaminabend mit dem Titel „Was können AI, Blockchain und Robotics für die Verlage tun“ gekommen waren. Anina Veigel, Geschäftsführerin des VZB, griff die Worte auf und betonte zu Beginn der Veranstaltung, wie wichtig der Kaminabend für die Mitglieder inzwischen sei. Denn, so Veigel: „Hier können sich Verleger und Medienexperten mehrmals im Jahr austauschen und Strategien und Hintergründe diskutieren.“

Die Veranstaltung fand in den exklusiven Räumlichkeiten von DONNER & REUSCHEL statt. In seiner kurzen Begrüßung wies Stefan Alsleben, CDO des Bankhauses, auf Gemeinsamkeiten zwischen Verlagen und Banken hin: Beide hatten vor Jahrzehnten noch gesicherte Geschäftsmodelle. Inzwischen aber agierten sie innerhalb veränderter Rahmenbedingungen und hätten völlig neue Wettbewerber.

Robert Jacobi, Managing Director und Founder der Digital-Strategieberatung THE NUNATAK GROUP, startete die Vortragsreihe des Abends. Er erklärte genauer, was unter dem Begriff der Blockchain zu verstehen ist und verwies darauf, dass diese erst am Anfang ihrer Entwicklung sei. Dennoch sollten sich Verlage bereits heute damit beschäftigen, da sich künftig verschiedene Einsatzmöglichkeiten bieten, etwa beim Management von Copyright und Lizenzen oder der Enttarnung unseriöser Quellen. Jacobi schilderte zudem einige Beispiele aus den USA, wo Medienunternehmen bereits mit der Blockchain-Technologie arbeiteten. Dazu zählt u.a. Civil, ein Marktplatz für Journalisten, oder Nyiax, eine Handelsplattform für Medienverträge.

Boris Krumrey, Chief Robotics Officer bei UiPath, einem weltweit führenden Anbieter für Robotic Process Automation, referierte im Anschluss über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Automatisierung und skizzierte die Herausforderungen auf dem Weg in die Zukunft. Als eines der größten Probleme im operativen Geschäft bezeichnete er die Datenvorverarbeitung in den Unternehmen, die gewissermaßen die Grundlage für automatisierte Prozesse darstelle. Vor allem im Customer Service, so Krumrey, würden automatisierte Technologien schon sehr bald und häufig eingesetzt werden. Man werde dann gar nicht mehr unterscheiden können, ob man mit einem Roboter spreche oder nicht.

Zum Abschluss des Abends warf Prof. Dr. Alexander Filipović von der Hochschule für Philosophie in München ein Schlaglicht auf medienethische Aspekte bei der Programmierung Künstlicher Intelligenz. Dabei ging es um die zentralen Fragen, ob KI die Freiheit der Menschen vergrößere oder einschränke. Und ob die damit gewonnene Freiheit einen Gewinn darstelle. Filipović ermutigte die Gäste dazu, den Mensch im Zuge dieser Diskussion nicht nur als Maschine zu betrachten, die eines Tages gegenüber künstlichen Intelligenzen das Nachsehen habe. Denn Computer hätten keine Moral. Moral aber sei vielleicht das Großartigste, was die Menschheit hervorgebracht habe.

„Der VZB-Kaminabend hat einmal mehr gezeigt, welch großes Potenzial die neuesten technologischen Entwicklungen gerade für die Verlage haben. Deshalb sollten sie sich frühzeitig mit diesen Trends auseinandersetzen“, sagt Waltraut von Mengden. „Allerdings sollten wir trotz aller Chancen auch stets die medienethischen Aspekte einbeziehen – für eine sinnvolle und menschliche Zukunft.“

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