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GVPG: Gesamtverband Pressegroßhandel veröffentlicht Ergebnisse seiner Vollerhebung des Presseeinzelhandels

Nachrichten Print & Digital

EHASTRA 2021: Die deutschen Pressegroßhändler beliefern bundesweit mehr als 89.000 Verkaufsstellen werktäglich mit Pressesortimenten. Sie gewährleisteten damit eine flächendeckende Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Zeitungen und Zeitschriften in Deutschland, egal ob im urbanen oder ländlichen Raum. Das stationäre Verkaufsstellennetz für Zeitungen und Zeitschriften ist weiterhin außerordentlich feingliedrig und käufernah. Die Konsolidierung im Pressehandel hat sich im zweiten Jahr der Corona-Pandemie leicht verstärkt.

Der Gesamtverband Pressegroßhandel (GVPG) hat die Ergebnisse seiner Vollerhebung des deutschen Presseeinzelhandels 2021 veröffentlicht. Danach beliefert der deutsche Pressegroßhandel zur Kalenderwoche 39/2021 bundesweit 89.212 presseführende Einzelhändler mit Zeitungen, Zeitschriften und pressenahen Zusatzsortimenten. Im internationalen Vergleich verfügt die Bundesrepublik nach wie vor über ein einzigartig dichtes Verkaufsstellennetz zur Versorgung der Bevölkerung mit den geistigen Grundnahrungsmitteln Zeitungen und Zeitschriften.

Nachdem sich im vergangenen Jahr die Konsolidierung im Presseeinzelhandel trotz Corona-Pandemie nicht verschärft hatte, hat sich der Prozess 2021 leicht beschleunigt. „Während der Lockdowns verschob sich die Nachfrage verstärkt auf die filialisierten Vertriebsformen, die durch hohe Wochenumsatzklassen gekennzeichnet sind. Von Schließungen waren insbesondere fragmentierte Einzelhändler mit geringen Presseumsätzen betroffen“, erläutert Andreas Obervoßbeck, Vorstand Marktanalyse des Gesamtverbandes Pressegroßhandel. „Dennoch leistet unsere Branche mit der Betreuung von immer noch knapp 90.000 Presseverkaufsstellen einen wichtigen Beitrag zur Ubiquität von Printprodukten“, so Obervoßbeck.

Weiter auf Wachstumskurs liegt das vom Pressegroßhandel etablierte Efficient Consumer Response – Verfahren „Verkaufstägliche Marktbeobachtung am Point of Sale“ (VMP). Das Sortimentsmanagement der Pressegroßhändler in Verbindung mit deren Qualitätsoffensive trägt zu einer verbesserten Warenpräsentation von Presseprodukten bei.

 

Der strukturelle Anpassungsprozess im Presseinzelhandel setzt sich 2021 weiter fort. Trotz der mit hohem Aufwand erfolgten, erfolgreichen Erschließung von über 2.200 Neukunden durch den Pressegroßhandel ging die Zahl der Presseverkaufsstellen im Jahr 2021 auf 89.212 Einzelhandelsstandorte zurück, da im gleichen Zeitraum fast 6.600 Einzelhändler den Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften aufgaben. Im Saldo beträgt der Rückgang der Verkaufsstellen mit Presseangebot 4,7 Prozent (Vorjahre:  -4,0% 2020 zu 2019 bzw. -3,7% 2019 zu 2018). Das Tempo der Konsolidierung im Pressehandel hat sich im zweiten Jahr der Corona-Pandemie somit leicht erhöht. Die harten Lockdowns im Herbst 2020 und Winter 2021 sorgten dafür, dass insbesondere der Presseeinzelhandel ohne Lebensmittel-Angebot vorrübergehend oder dauerhaft schließen musste. Presse-Fachgeschäfte durften weiterhin öffnen, gerieten allerdings vielerorts durch ausbleibende Frequenzen in den Innenstädten und Einkaufszentren unter starken Druck. Wie im Vorjahr sind coronabedingt speziell das Gastgewerbe (Hotels, Campingplätze, Gaststätten und Betriebe/Kantinen) sowie pflegerische Einrichtungen (Krankenhäuser und Seniorenheime) von einem spürbaren Rückgang betroffen. Auch bei Anzahl der Kioske, Bäckereien, kleinen Lebensmittelmärkten und – wie schon angedeutet – der Presse-Fachgeschäfte ging zurück. Gegen den Trend wächst nur die Filialanzahl großer Supermärkte ab 1.000 m2 Geschäftsfläche. Die Entwicklung der EH-Standorte der Geschäftsarten Großformen des Einzelhandels, Discounter und Tankstellen ist weitestgehend stabil.

Die drei wichtigsten Geschäftsarten im Presseeinzelverkauf bleiben Supermärkte,Presse-Fachgeschäfte und Großformen des Einzelhandels. Sie sorgen mit einem EH-Anteil von 27 Prozent für einen Presseumsatzanteil von 62 Prozent.

Gebundene oder regiebetriebene Einzelhandelsfilialisten, sogenannte Großkunden, verzeichneten einen Anteilszuwachs von 1,7 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Sie machen inzwischen mehr als die Hälfte der Presseeinzelhandelsgeschäfte (51,7 Prozent) aus. Der Anteil der ungebundenen, fragmentierten Einzelhändler umfasst nun 48,3 Prozent.

Weiter positiv entwickelt sich das vom Pressegroßhandel etablierte Efficient Consumer Response-Verfahren VMP. Mit jetzt 20.755 Einzelhändlern melden 0,1 Prozent mehr Verkaufsstellen täglich ihre Verkaufsdaten als im vergangenen Jahr. Die VMP-Kunden haben bundesweit einen Verkaufsstellenanteil von 23,3 Prozent (+1,1 Prozentpunkte) und generieren zusammen inzwischen 48,0 Prozent (+0,9 Prozentpunkte) des gesamten Presseumsatzes.

Seit 2015 ist die pro Objekt im Regal verfügbare Präsentationsfläche im Durchschnitt leicht gestiegen (+0,7 Zentimeter pro Titel). Diese auch als Schuppungsgrad bekannte Maßgröße beträgt in der Erhebungswoche 11,3 Zentimeter. Sie ergibt sich aus dem Verhältnis der durchschnittlichen Anzahl an Bordmetern je Verkaufsstelle, die im gleichen Zeitraum um 60 Zentimeter auf 23,8 Bordmeter je EH leicht gesunken ist, und der durchschnittlichen Sortimentsbreite, die aktuell knapp 211 Titel umfasst (-18 Objekte).

Die Einzelhandelsstrukturanalyse vermittelt detaillierte Erkenntnisse über das Einzel-handelsgeschäft mit Zeitungen und Zeitschriften. Sie kann wöchentlich, quartalsweise oder jährlich bezogen werden. Die Vollerhebung des deutschen Zeitschriften- und Zeitungseinzelhandels wird seit 1970 durchgeführt. Seit 1999 gibt der Pressegroßhandel die EHASTRA heraus.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Jahres-EHASTRA 2021 können beim Gesamtverband Pressegroßhandel angefragt werden. Kontakt: Georg Dohmes, Ressort Marktanalyse, Gesamtverband Pressegroßhandel, Köln, E-Mail: gd[at]gvpg.de

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