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Technologie und Content sind die Treiber

Pressemeldung

Digital Innovators’ Summit in Berlin war mit neuen Formaten, tiefgehenden Vorträgen und internationalen Top-Rednern eine digitale Leistungsschau der Medienhäuser

Über 600 Teilnehmer, 60 Speaker und über 1200 Tweets beim DISummit 2016 (© Ole Bader)

Die Zeiten, in denen Digital über die Audience verfügte, aber keine Erlöse generierte, sind endgültig vorbei: das Businessmodell mit Display-Anzeigen ist tot;  Controlled Distribution von Content ist Pflicht; unterschiedliche Plattformen erfordern Inhalte, die für das jeweilige Endgerät passen, speziell bei Mobile; eine hohe Taktzahl schlägt alles; nur physische Veränderung wird konzeptionelle Veränderungen zur Konsequenz haben; menschliche Trendscouts sind der Analyse durch metric überlegen. Dies sind die sieben Schlüsseltrends, die Juan Señor, Partner, Innovation Media Consulting, bei der exklusiven Präsentation des neuen Innovation 2016 World Report vorstellte.

"Distributed Content und das Auftauchen von neuen sozialen Plattformen sind die größten Veränderungen der Medien in den letzten fünfzehn Jahren", hob Stefan Betzold, Managing Director Digital bei BILD hervor. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage, wie Medienmarken mit Facebook Instant Articels, Snapchat Discover und anderen zusammenarbeiten sollen. Die Medienhäuser müssten hier vereint zusammenstehen und mit den Plattformbetreibern eine gemeinsame Basis verhandeln. Diese schließe verlegerische Freiheit, die Kontrolle über die Werbestrategie, Zugang zu Targeting Data, Paid Content und Zugang zu den getrackten Daten ein.

Lucy Küng
, Autorin und research fellow beim Reuters Institute for the Study of Journalism, UK und Schweiz, zeigte anhand der Beispiele Vice und Buzzfeed, wo sich Erfolgsgeschichten aus content- und technologiegetriebenen Unternehmen ähneln und wo sie sich unterscheiden. Mit klugem Leadership, einer klaren Zielsetzung und intuitiven Strategien in komplexen Märkten gelinge es den beiden Unternehmen, die technischen, wirtschaftlichen und inhaltlichen Faktoren so zu integrieren, dass sie die Grundlage für eine Erfolgsstory bilden – abgerundet durch eine hohe Glaubwürdigkeit in der jungen Zielgruppe.

Auf drei Trends setzt Upday aus dem Hause Axel Springer: Auf Mobile Publishing, weil 41 Prozent der Upday-Nutzer mit ihrem Smartphone die Tür in die Nachrichtenwelt öffnen, auf Platform Publishing, weil auch die Mobilnutzer zu 85 Prozent vielfältige Quellen bevorzugen und auf Personalized Publishing, weil 70 Prozent damit experimentieren, sich mit Upday ihren individuellen Nachrichten-Stream zusammenstellen zu lassen. Jan-Eric Peters, Chief Product Officer bei Upday, fasste zusammen, was das neue Format einzigartig mache: Technologie und Journalismus, die auf einer Publishers‘ Platform verknüpft seien – zu einem Produkt, das einfach zu nutzen sei.

Die Podcast Revolution ist in vollem Gange und war folglich eines der faszinierenden Themen. Andy Bowers von Panoply ging in seinem Vortrag darauf ein, woher der Boom dieses Mediums kommt und welche weitere Entwicklung sich abzeichnet. Alleine in den Vereinigten Staaten hätten 98 Millionen User Podcasts ausprobiert, monatlich läge die Zahl bei 57 Millionen Zuhörern. Dieser Aufschwung speist sich vor allem durch zunehmende technologische Fortschritte, die mit neuen Apps und einfachen Features dazu beitragen, dass das Hören von Podcasts äußerst komfortabel geworden ist. Ein weiterer wichtiger Grund sei, dass der angebotetene Content nicht per Radio verfügbar sei. Derzeit experimentierten viele Anbieter mit einem Freemium-Modell oder werbefreien Inhalten, die durch eine Paywall geschützt seien.

Ein weiteres Trendthema war Virtual Reality, das in diesem Jahr den Mainstream erreiche. Diese Prognose wagte Jens Christensen, Gründer und CEO des Virtual Reality Vendors Jaunt. Die VR Industrie teilt sich in Hardware-Produzenten, Software-Unternehmen und Content Providers auf. Sein drei Jahre altes Startup, in das bis jetzt 100 Millionen US-Dollar investiert wurde, bietet alle drei Bereiche an. Für das bisher eher langsame Wachstum macht er die sperrigen Headsets und zu wenige Qualitätsinhalte verantwortlich. Durch die neuen Brillen von Google und Facebook werde sich dies ändern. Damit würde auch entsprechender Content nachgefragt, worauf sich die Medienhäuser einstellen sollten, indem sie selbst mit VR experimentierten. Speziell die Filmbranche würde sich durch vermehrte Virtual Reality-Angebote verändern, aber auch die Themen Sport und Reise böten einen Fokus.

Neben dem Strategie-Schwerpunkt wie Content und Big Data standen auch die Themenfelder Special Interest und Audience Development auf der Agenda. Matthew Gerry, Managing Director von Weddings bei Immediate Media, brachte den Teilnehmern die Wachstumsstrategie seines Unternehmens nahe. Mit dem Zukauf der Organisationsplattform für Hochzeiten, hitched, gelang es Immediate Media, die hohe Glaubwürdigkeit eines Publishers mit den Funktionalitäten eines Planungstools für künftige Ehepaare zu kombinieren. Mit der starken Marke von Weddings und dem Marktplatz für Käufer und Verkäufer beim Thema Hochzeit, ließen sich auch noch zusätzliche Erlösquellen durch Werbeeinnahmen generieren. Um in der digitalen Welt erfolgreich zu sein, müssten Marketing, Vertrieb und Technologie in einem Raum zusammenarbeiten, fasste Gerry die Grundlagen für den gelungenen Zukauf zusammen.

Der 9. DIS hat gezeigt, dass die Strategien, über die wir in den letzten Jahren gesprochen haben, mit einem hohen Einsatz von den Medienhäusern umgesetzt werden und zu realen Erlösquellen geworden sind. Dem weiterhin gestiegenen Informationsbedarf habe man durch neue und zusätzliche Formate Rechnung getragen: Durch drei parallele Tracks auf verschiedenen Bühnen gab es beim diesjährigen DIS so viele unterschiedliche Session-Formate wie nie zuvor: Die Panels, Fireside chats und Deep-dives gaben viele nutzwertige Impulse zu den Innovationen der Branche; die so genannten Deep-dives boten den Teilnehmern aus modernen Medienhäusern, kreativen Startups und von digitalen Playern unvergleichliche Einblicke und schafften durch die thematische Tiefe einen besonderen Mehrwert.

Aktuelle Informationen zum Kongress gibt es auf Facebook, Twitter (#DISummit) und unter www.innovators-summit.com

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