Liebe MVFP-Community,
die Frage, unter welchen Bedingungen unabhängige journalistische Inhalte in Zukunft entstehen können, wird derzeit auf allen Ebenen neu verhandelt – in Brüssel, in den Kartellbehörden und im digitalen Ökosystem selbst.
Ein wichtiges Signal kommt aus der EU: Das Europäische Parlament hat mit seinem „Bericht über das Urheberrecht und generative künstliche Intelligenz“ ein klares politisches Zeichen für einen besseren Schutz von Presse, Kreativbranche und weiteren Rechteinhabern gegenüber KI gesetzt. Der MVFP und der BDZV begrüßen diese Positionierung als Bestätigung zentraler Forderungen der Verlage: Kontrolle über die Nutzung journalistischer Inhalte, Transparenz bei KI-Anwendungen sowie eine faire Vergütung für Rechteinhaber. „Dass das Parlament diese Punkte klar betont, zeigt den dringenden Handlungsbedarf und macht zugleich deutlich, dass der geltende Rechtsrahmen zum Schutz menschlicher Kreativität gegenüber KI unzureichend ist“, betonen beide Verbände – und fordern die Europäische Kommission auf, zeitnah entsprechende gesetzgeberische Vorschläge vorzulegen. Zur Pressemitteilung.
Dass wir uns jedoch nicht allein auf Zusagen verlassen dürfen, zeigt das laufende Verfahren gegen Apple: Die Dachverbände der Medien- und Werbewirtschaft – darunter der MVFP – haben die vorgeschlagenen Zusagen des Konzerns im Missbrauchsverfahren zum App-Tracking Transparency Framework (ATTF) nach einem Markttest klar zurückgewiesen. Nach Einschätzung der Branche bleiben zentrale Wettbewerbsprobleme ungelöst. Die Verbände fordern daher eine konsequente Untersagungsentscheidung des Bundeskartellamts, um faire Wettbewerbsbedingungen im digitalen Ökosystem durchzusetzen. Denn: Wenn Plattformbetreiber ihre Macht nutzen, um den Zugang zu Daten und Märkten einseitig zu steuern, gefährdet dies die wirtschaftliche Grundlage journalistischer Angebote. Wie existenziell diese Abhängigkeit von der Willkür der Plattformen ist, unterstreicht aktuell auch der Fall des Kouneli-Verlags mit PLAYBOY Deutschland: Der MVFP unterstützt den Verlag bei seinem rechtlichen Vorgehen gegen die intransparente und existenzgefährdende Löschung seiner Facebook-Seite durch Meta. Alle Details zum Apple-Verfahren mit Hintergrundpapier lesen Sie hier.
In Zeiten tiefgreifender politischer und technologischer Umbrüche wird umso deutlicher: Die Rahmenbedingungen für unabhängigen Journalismus stehen unter Druck – und sie lassen sich nicht im Alleingang sichern. Deshalb ist es entscheidend, dass wir als Branche unsere Stimme gemeinsam erheben. Für faire Wettbewerbsbedingungen, für den Schutz unserer Inhalte und für die wirtschaftliche Basis journalistischer Qualität. Das Medienforum der freien Presse am 30. Juni 2026 in Berlin ist dafür weit mehr als ein Branchenkongress. Es ist unser gemeinsamer Ort des Dialogs – und ein klares Signal an die Politik. Unsere Gespräche nach dem Kongresstag setzen wir über den Dächern der Hauptstadt bei der Mediennacht der freien Presse im China Club Berlin fort. Hier sichern Sie sich Ihr Ticket.
Wer bereits vorab erleben möchte, wie Medienhäuser ihre Transformation aktiv gestalten, sollte sich einen der letzten Plätze für die Berlin Innovation Tour der MVFP Akademie am 25. März sichern. Bei Axel Springer, FUNKE, DIE ZEIT und der Stiftung Warentest erhalten Sie exklusive Einblicke in neue Formate, KI-gestützte Workflows und datengetriebene Produkte. Sehen wir uns in Berlin?
Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!